Deutschland befindet sich in einer Phase tiefgreifender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Spannungen, in der viele Menschen einen spürbaren Rückgang von Lebensqualität und Verlässlichkeit öffentlicher Infrastruktur erleben. Die Kombination aus hoher und weiter steigender Staatsverschuldung, anhaltender Ausweitung öffentlicher Ausgaben und einem komplexen Geflecht aus Bürokratie und Abgaben trifft vor allem die arbeitende Mittelschicht: Wer sich vor allem auf Lohnarbeit und klassisches Sparen verlässt, sieht seine reale Kaufkraft durch Preissteigerungen und Systemkosten schrittweise aufgezehrt.
Viele hoffen darauf, dass ein Wechsel der Partei oder der Regierung das Problem löst und „das Ruder herumreißt“. Doch selbst Fachleute aus Wirtschaft und Sozialforschung machen deutlich: Die Herausforderungen reichen tiefer als eine einzelne Legislaturperiode – es geht um langjährig gewachsene Schulden, demografische Veränderungen, Investitionsrückstände und eine Bürokratie, die sich nicht über Nacht abbauen lässt.
Das bedeutet: Auch mit einer neuen Führung wird es schwer, die strukturellen Probleme von heute auf morgen zu beheben. Entlastungspakete und staatliche Programme können einzelne Belastungen abfedern, aber sie ersetzen nicht die Notwendigkeit, dass wir als Gesellschaft und als lokale Gemeinschaften selbst aktiv werden, um unsere Widerstandskraft zu stärken.
Die letzten Jahre haben gezeigt, wie schnell Krisen auftreten können – Pandemie, Lieferketten Probleme, Energiepreis-Schocks, Extremwetter mit Fluten, wir erinnern alle. Offizielle Stellen empfehlen seit Jahren, Lebensmittelvorräte und Notfallausrüstung vorzuhalten, um kurzfristige Versorgungsengpässe zu überbrücken. Doch in länger andauernden Krisen kann es Situationen geben, in denen Geld zwar noch existiert, aber an Bedeutung verliert: wenn bestimmte Güter kaum verfügbar sind, wenn Preise stark schwanken oder Vertrauen in zentrale Institutionen erodiert.
In solchen Phasen hilft kein hoher Kontostand allein. Entscheidend ist, ob Menschen Zugang zu Nahrung, Wasser, Wärme, medizinischer und sozialer Unterstützung haben – und ob sie in Gemeinschaften leben, die sich gegenseitig tragen. Genau hier setzt der Gedanke an, Strukturen aufzubauen, die wenig oder gar kein Geld benötigen, um zu funktionieren: Beziehungskapital, geteiltes Wissen, gemeinsame Vorräte, gegenseitige Hilfe.
Unter „Community Resilience“ versteht man die Fähigkeit einer Gemeinschaft, auf Belastungen und Krisen zu reagieren, sich anzupassen und möglichst gestärkt daraus hervorzugehen. Dazu gehören nicht nur Pläne für den Ernstfall, sondern auch alltägliche Praktiken, die Menschen zusammenbringen und gegenseitig unabhängig von Geldflüssen unterstützen.
Für Gemeinsam Resilient bedeutet das konkret:
Solche Strukturen helfen in einem echten Ernstfall, aber sie sind genauso wertvoll, wenn „nur“ die Preisspirale weiterläuft und viele Menschen sich das bisherige Konsumniveau nicht mehr leisten können. Sie bieten konkrete Entlastung: weniger Ausgaben für Nahrung und Dienstleistungen, mehr gemeinschaftliche Unterstützung, ein Netzwerk, auf das man sich verlassen kann.
Wir wissen, dass viele Menschen Deutschland nicht verlassen wollen oder können. Sie bleiben hier, halten Familie, Nachbarschaft, Beruf und Engagement zusammen – und würden höchstens im äußersten Notfall über Auswanderung nachdenken. Genau für diese Menschen brauchen wir eine Vision, die über das Warten auf politische Lösungen hinausgeht: eine Kultur des Zusammenkommens, des gemeinsamen Lernens und des praktischen Handelns vor Ort.
Gemeinsam Resilient ist ein Angebot an all jene, die hier bleiben und dennoch unabhängiger, handlungsfähiger und verbundener werden wollen. Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet für uns nicht nur mehr Einkommen, sondern auch weniger Abhängigkeit von Geld, weil wir Teile unserer Versorgung über Gemeinschaft und lokale Strukturen sichern. So entsteht ein neues Sicherheitsnetz – nicht als Konkurrenz zum Staat, sondern als Ergänzung und als Ausdruck gelebter Verantwortung füreinander.
Vor ein paar Jahrzehnten noch war es üblich, dass Familien ihre Gärten hatten…unsere Schnelllebigkeit und natürlich auch der Gedanke wo und wann soll ich das auch noch machen….wir ändern das wieder, und zwar jetzt.

Was wir jetzt beginnen müssen
Wenn du das Gefühl hast, dass „es so nicht weitergehen kann“, bist du nicht allein. Aus Sicht von Gemeinsam Resilient sind die nächsten Schritte klar:
Auf gemeinsam-resilient.de findest du Informationen darüber, wie wir solche Prozesse konkret anstoßen und begleiten. Wir freuen uns über jede Person, die sich einbringt – ob als Mitdenkende, Mitgärtner, Organisatorin, Lernende oder Lehrende. Denn eines ist sicher: Je früher wir anfangen, desto besser sind unsere Chancen, kommende Jahre nicht nur zu überstehen, sondern bewusst mitzugestalten.
Nicht alle wollen Strukturen aufbauen oder etwas komplett aufbrechen. Die meisten interessiert erst einmal vor allem die Frage: Wie bekomme ich das finanziell hin oder wie komme ich an eine unabhängige……? Und das ist für mich auch vollkommen okay. Beides macht Sinn: Strukturen aufzubauen, die unabhängig vom System funktionieren, und gleichzeitig daran zu arbeiten, schnell losgehen zu können, falls es notwendig wird. Das ist kein Widerspruch, vor allem dann nicht, wenn man gar nicht weg will, weil man ganz genau weiß: Nach zwei Jahren vermisst man den Duft der eigenen Bäckerei am Morgen, oder schon nach einem Jahr kann es einen ziemlich nerven, die eigene Muttersprache nie um sich herum zu hören. Solche Dinge erlebt man oft erst richtig bewusst, wenn man einmal weg war. Aber für die Menschen, die sich finanziell unabhängiger machen wollen, gibt es bei uns natürlich auch Räume, in denen wir wachsen können. Denn Wachstum wünsche ich jedem.