Von jojo
12 Minuten Lesezeit
25 May
25May



Die Biene in Hamburg: klein, aber unverzichtbar


Hamburg ist eine Großstadt mit Häfen, Straßen und Hochhäusern — und trotzdem auch ein erstaunlich guter Lebensraum für Bienen. Zwischen Parks, Kleingärten, Friedhöfen, begrünten Dächern und Balkonpflanzen finden Honigbienen und Wildbienen oft vom Frühjahr bis in den Herbst ein vielfältiges Blütenangebot. Genau deshalb ist die Biene in Hamburg nicht nur ein Symbol für Natur, sondern ein echter Teil des städtischen Ökosystems. Die Wirkung der Biene ist viel größer, als ihr Körper vermuten lässt. Bienen bestäuben Nutz- und Wildpflanzen und tragen damit dazu bei, dass Obst, Gemüse, Kräuter und viele Blühpflanzen überhaupt Früchte bilden können. Gerade in einer Stadt wie Hamburg, in der Grünflächen, Gärten und urbane Landwirtschaft zusammenkommen, sind sie ein stiller Motor für Artenvielfalt und Ernteerfolg.


Warum Hamburg besonders ist


Hamburg bietet Bienen oft bessere Bedingungen, als man denkt. Laut Hamburger Umweltinformationen ist der Pestizideinsatz in der Stadt meist geringer als auf dem Land, gleichzeitig gibt es viele kleine und große Blüh-Inseln, die über das Jahr verteilt Nahrung liefern. Das macht urbane Imkerei in Hamburg besonders attraktiv und erklärt, warum sich immer mehr Menschen für Stadtbienen begeistern. Ein weiterer Punkt ist die Vielfalt: In Hamburg gibt es nicht nur Honigbienen, sondern auch viele Wildbienenarten, die für die Bestäubung besonders wichtig sind. NABU Hamburg betont, dass Wildbienen und andere Insekten einen großen Teil unserer Nahrungspflanzen bestäuben; ohne sie wäre die Landschaft deutlich ärmer.


Zwei Hamburger Stadtimker


Björn Schumann betreibt in Hamburg-Rahlstedt eine Berufsimkerei und beschreibt Hamburg als einen sehr guten Lebensraum für Honigbienen, weil er vom Frühjahr bis zum Herbst immer irgendwo blüht. Seine Bienen sammeln vor allem in Gärten und Parks in Hamburg und Umgebung, und die Imkerei verkauft regionale Produkte direkt aus der Stadt, teils sogar über Honig Automaten. Das zeigt schön, wie urbane Imkern heute aussehen: nah an der Stadt, nah an den Menschen und trotzdem eng mit Natur verbunden.


Ingo Fehr ist der Flughafen Imker von Hamburg Airport und hält dort seit vielen Jahren Bienenvölker auf dem Gelände. Am Flughafen stehen bis zu acht Bienenstöcke, und die Bienen nutzen Grünflächen, angrenzende Kleingärten und Wasserstellen rund um das Gelände. Besonders spannend: Das Projekt verbindet Honigproduktion mit Artenschutz und zeigt, dass selbst ein Flughafen ein Ort für Bienen sein kann.


Was in Hamburg möglich ist


In Hamburg ist Bienenhaltung grundsätzlich möglich, aber sie muss angemeldet werden. Die Stadt schreibt vor, dass jeder Bienenhalter die Haltung bei der zuständigen Behörde anzeigen muss; es gibt keine Ausnahme für Hobbyhaltungen. Außerdem empfiehlt der Imkerverband Hamburg, die Bienenhaltung mit zwei Völkern zu beginnen und einen geeigneten Standort mit Wasser, Windschutz und möglichst nicht ganztägiger Sonne zu wählen. Auch im Kleingarten kann Bienenhaltung möglich sein, wenn die Gartenordnung und die Satzung des Vereins das erlauben. Wichtig ist dabei, vorher zu klären, ob der Verein Zustimmungen, Abstände oder zusätzliche Regeln verlangt, denn manche Vereine schließen Bienenhaltung aus oder knüpfen sie an Bedingungen. Für Mieter gilt zusätzlich: Auf dem Balkon braucht man in der Regel die Erlaubnis des Vermieters.



So gelingt der Einstieg


Wer in Hamburg selbst Bienen halten will, sollte nicht spontan starten, sondern sich vorbereiten. Der Imkerverband Hamburg weist darauf hin, dass Bienen nicht sich selbst überlassen werden können und regelmäßige Pflege, Varroa-Behandlung, Honigernte und Materialpflege dazugehören. Für den Einstieg werden außerdem oft Anfängerkurse empfohlen, und der Beitritt zu einem örtlichen Imkerverein ist sinnvoll, weil man dort praktische Hilfe und Kontakte bekommt.
Für den sanften Einstieg gibt es in Hamburg und Umgebung auch Modelle wie Bienenpatenschaften, Bienenpacht oder betreutes Imkern auf Zeit. Das ist besonders interessant, wenn man erst testen möchte, ob die eigene Umgebung, der Zeitaufwand und die Verantwortung wirklich passen. So wird aus einer Idee langsam echte Imkerei — ohne vorschnell ein ganzes Volk allein tragen zu müssen.
Die Biene ist in Hamburg viel mehr als ein Tier für Honiggläser. Sie steht für Bestäubung, Stadtnatur, regionale Lebensmittel und ein neues Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt. Wer durch Hamburg geht, sieht vielleicht zuerst Straßen und Häuser — aber wer genauer hinschaut, entdeckt eine Stadt, die für Bienen überraschend lebendig ist. Hamburg macht Lust auf mehr: auf Blühflächen im Kleingarten, auf kleinen Naturinseln am Balkon, auf Stadtimkerei und auf einen Blick für das Summen zwischen den Häusern. Genau darin liegt die besondere Wirkung der Biene: Sie verbindet Natur und Stadt auf eine Weise, die man sehen, schmecken und sogar im eigenen Garten mitgestalten kann.



Ein guter erster Kontakt ist der Imkerverband Hamburg e. V., der grundlegende Informationen zum Einstieg, zu Vereinen und zu den ersten Schritten als Imker in Hamburg bietet. Wer direkt lernen möchte, kann sich außerdem an Stadtbienen Hamburg wenden, wo ökologische Imkerkurse für Einsteiger angeboten werden. Dazu kommen örtliche Vereine wie der Imkerverein Hamburg-Altona, der Imkerverein Hamburg-Süd oder regionale Vereinsstrukturen im Osten Hamburgs, über die man erfahrene Imker kennenlernt und oft direkt praktische Unterstützung bekommt.



Lust auf ein nachhaltiges Projekt, das deine Küche plastikfrei und bunt macht? Hier zeigen wir dir, wie du mit wenigen Handgriffen dein eigenes Bienenwachstuch herstellst – einfach, kreativ und voller Freude!



Dein eigenes Bienenwachstuch – so einfach geht's!


Das brauchst du dafür:

  • ungewaschene und ungebleichte Baumwollstoffreste
  • 50 g echtes, unbehandeltes und am besten in kleinen Pastillen portioniertes Bienenwachs
  • 2 Bögen Backpapier
  • 10 g Kokosöl
  • eine Schere
  • einen breiten Pinsel 
  • einen kleinen und einen großen Topf für das Wasserbad, um das Bienenwachs zu schmelzen
  • ein Bügeleisen



Schritt 1: Bienenwachs schmelzen!

Zuerst ein Wasserbad vorbereiten: Fülle Wasser in den größeren Topf, sodass der kleine Topf ca. 2 cm im Wasser hängt. Anschließend die Bienenwachspastillen und das Kokosöl im kleinen Topf schmelzen lassen, bis alles flüssig ist. 

Schritt 2: Form bestimmen!

Als Nächstes schneidest du die Baumwollstoffreste auf die gewünschten Maße zu. Beachte dabei, dass die Baumwolle ungewaschen ist, da sie noch eine Schicht aus Stärke und Fett enthält, die für die Stabilität des Stoffes sorgt und das Bienenwachs besser haften lässt. Zudem lässt sich das Tuch so noch einfacher zuschneiden. Für den praktischen Einsatz in der Küche empfehlen sich folgende Größen:

  • 20 x 20 cm 
  • 30 x 30 cm
  • 45 x 45 cm


Du kannst deiner Kreativität freien Lauf lassen und die Tücher in einer, zwei oder allen drei Größen anfertigen – oder sie bei Bedarf sogar noch größer zuschneiden. Die Wahl liegt ganz bei dir.

Schritt 3: Baumwollstoff vorbereiten!

Als Nächstes legst du das Stoffstück auf einen Bogen Backpapier. Bestreiche es anschließend schnell mit einem breiten Pinsel mit dem flüssigen Bienenwachs, um die gesamte Oberfläche zu bedecken. 

Schritt 4: Wachs einziehen lassen!

Nimm´s lieber doppelt, hält besser: jetzt den zweiten Bogen Backpapier und lege ihn über das frisch gestrichene Bienenwachstuch. Anschließend mit dem Bügeleisen gleichmäßig über das Bienenwachstuch streichen, um das Wachs wieder zu schmelzen. So kann es gut in die Baumwollfasern einziehen. 

Schritt 5: Abziehen, abkühlen!

Zu guter Letzt entfernst du das Backpapier und ziehst das Bienenwachstuch vom unteren Backpapier ab. Lass das Tuch trocknen und abkühlen – fertig ist dein selbst gemachtes Bienenwachstuch! Falls dein Tuch nach mehrmaliger Nutzung etwas brüchig wird, bügele es einfach erneut und schon kannst du es wieder und wieder verwenden. 

Viel Spaß beim selber machen und Frischhalten! 



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