Keine Panik – aber gute Vorbereitung. Hamburgs Stromversorgung gilt weiterhin als sicher. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Netze: Elektrische Heizungen, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur, Industrie, Rechenzentren und Batteriespeicher benötigen immer mehr Leistung. Für uns bedeutet das: Wir sollten nicht auf einen großen Blackout warten, sondern gemeinsam lernen, wie wir unsere Nachbarschaften krisenfester machen. aber die Entwicklung durch die Kriege und kommenden Engpässen, sollten wir nicht spaßen...
Hamburgs Stromnetz steht vor Veränderungen
Hamburg verbraucht deutlich mehr Strom, als innerhalb der Stadt erzeugt wird. Deshalb ist die Hansestadt auf leistungsfähige überregionale Stromnetze und eine gut funktionierende Infrastruktur angewiesen.
Die größte aktuelle Herausforderung liegt nicht darin, dass Hamburger Haushalten kurzfristig der Strom ausgeht. Problematischer ist die Frage, ob das Netz genügend Kapazität für neue Großverbraucher bereitstellen kann. Hamburger Energienetze erhält nach eigenen Angaben zahlreiche Anfragen von Rechenzentren, Batteriespeichern und Industrieanlagen. Diese Anfragen übersteigen teilweise die kurzfristig verfügbare Anschlussleistung.
Deshalb gelten in Hamburg neue Regeln für besonders große Anschlüsse über 1,5 Megavoltampere. Für solche Anlagen wird die verfügbare Netzkapazität künftig gezielter verteilt. Bestandskunden, Privathaushalte, Gewerbebetriebe, Wärmepumpen und bestehende Ladeinfrastruktur sollen davon nicht betroffen sein. Nach Angaben des Netzbetreibers betrifft die Regelung rund ein Prozent der Kundinnen und Kunden.
Welche Engpässe sind möglich?
Bei der Diskussion über Stromversorgung werden häufig drei unterschiedliche Situationen miteinander vermischt:
Lokaler Stromausfall
Ein technischer Defekt, ein Kabelschaden, Bauarbeiten oder Unwetter können dazu führen, dass in einem Stadtteil zeitweise der Strom ausfällt. Das ist unangenehm, aber normalerweise örtlich begrenzt und wird vom Netzbetreiber behoben.
Hamburger Energienetze informiert über größere bekannte Störungen und ist rund um die Uhr unter 0800 1 439 439 erreichbar.
Eine Strommangellage bedeutet, dass deutschlandweit oder in einer größeren Region zeitweise nicht genügend elektrische Leistung zur Verfügung steht. In einem solchen Fall würden zunächst große industrielle Verbraucher ihren Verbrauch reduzieren. Die Bundesnetzagentur bereitet hierfür Verfahren und eine Sicherheitsplattform vor.
Das ist eine Vorsorgemaßnahme. Sie bedeutet nicht, dass eine solche Mangellage bevorsteht.
Blackout
Ein Blackout ist ein ungeplanter, großflächiger Zusammenbruch des Stromnetzes. Er unterscheidet sich von einer geplanten Verbrauchsreduzierung und auch von einem kurzen lokalen Stromausfall. Die Bundesregierung bezeichnet die deutsche Stromversorgung weiterhin als eine der sichersten weltweit und schätzt das Risiko eines großflächigen Blackouts als sehr gering ein.bundesregierung
Trotzdem gilt: Je länger ein Ausfall dauert, desto stärker werden seine Folgen. Wasserpumpen, Mobilfunk, Kassen, Tankstellen, Aufzüge, Heizungen und digitale Kommunikation können beeinträchtigt sein.
Was bedeutet das für Hamburg?
Für Hamburger Haushalte gibt es derzeit keine Ankündigung planmäßiger Stromabschaltungen. Auch die neuen Regeln für besonders große Netzanschlüsse richten sich nicht gegen die normale Versorgung der Bevölkerung.
Dennoch ist Vorsorge sinnvoll. Hamburg ist eine dicht besiedelte Stadt mit vielen Menschen, die auf funktionierende Versorgungssysteme angewiesen sind. Schon ein lokaler Ausfall kann ältere Menschen, Familien mit kleinen Kindern, Menschen mit Behinderungen oder Personen mit medizinischen Geräten besonders hart treffen.
Eine gute Vorbereitung bedeutet dabei nicht, Angst zu verbreiten. Sie bedeutet, für einige Tage handlungsfähig zu bleiben und einander unterstützen zu können.
Was jeder Haushalt vorbereiten kann
Für einen Stromausfall von einigen Stunden bis wenigen Tagen helfen einfache Maßnahmen:
- Trinkwasser und haltbare Lebensmittel für mindestens 72 Stunden bereithalten.
- Taschenlampen, Batterien und eine geladene Powerbank griffbereit lagern.
- Ein batteriebetriebenes oder kurbel betriebenes Radio für Warnmeldungen bereithalten.
- Wichtige Medikamente und persönliche Hilfsmittel rechtzeitig organisieren.
- Etwas Bargeld zu Hause aufbewahren, falls Kartenzahlung und Geldautomaten ausfallen.
- Wissen, wie Kühlschrank und Gefriertruhe möglichst lange kalt bleiben.
- Eine Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier führen.
- Mit Nachbarinnen und Nachbarn absprechen, wer Unterstützung benötigen könnte.
- Niemals Holzkohlegrills, Campingkocher oder benzinbetriebene Geräte in der Wohnung verwenden.
Gemeinsam statt allein
Krisenvorsorge ist mehr als das Anlegen eines Vorrats. Eine widerstandsfähige Stadt entsteht dort, wo Menschen sich kennen, Informationen teilen und füreinander einstehen.
Genau hier setzt Gemeinsam Resilient an. Wir möchten Menschen in Hamburg zusammenbringen, Wissen praktisch vermitteln und lokale Strukturen stärken – für Stromausfälle, Unwetter, Versorgungsengpässe und andere Krisen.
Wir sprechen über Fragen wie:
- Wie organisieren wir Hilfe im eigenen Stadtteil?
- Welche Informationen sind im Notfall verlässlich?
- Wie können wir Wasser, Lebensmittel und Wärme sinnvoll vorbereiten?
- Wie unterstützen wir ältere oder besonders gefährdete Menschen?
- Welche Fähigkeiten und Ressourcen gibt es bereits in unserer Nachbarschaft?
- Wie bleiben wir auch dann miteinander in Kontakt, wenn Internet und Mobilfunk eingeschränkt sind?
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Wir suchen Menschen, die sich einbringen möchten – mit praktischen Fähigkeiten, technischem Wissen, Erfahrungen in Nachbarschaftshilfe, Lebensmittelvorsorge, Gartenbau, Kommunikation oder einfach mit der Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
Eine krisenfeste Gemeinschaft beginnt nicht erst beim Stromausfall. Sie beginnt mit dem ersten Gespräch.
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